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Regatta Lobenstein 2012

Erste Regatta - Erste Erfolge

Ostern dachte noch keiner so weit. Im Trainingslager in Wolfsburg hatte Trainer Bernd alle Hände voll zu tun. In intensiver Arbeit ohne Ablenkung galt es den mitgereisten Kinder und Jugendlichen so viel wie möglich an Technik mitzugeben. Kraft und Ausdauer wird erfahrungsgemäß im Winter aufgebaut. Nun hieß es diese im Boot in Vortrieb umzusetzen. Im intensiven Training der letzten Wochen und Monate wurde an individuelle Stärken und Schwächen gefeilt. An unseren Rennrudermädels sieht man, dass dieser Vorgang nie abgeschlossen ist. Ziel unseres Trainerteams war es jedenfalls sich in dieser Saison auf Regatta mit unserem Nachwuchs zu zeigen. Der Anspruch ist dabei kein geringerer als „die Kinder dabei nicht zu verheizen“.

Am vergangenen Wochenende war es nun soweit. Es ging nach Thüringen zur Regattastrecke des Lobensteiner Rudervereins. Landschaftlich die schönste Strecke wie ich finde. Max, Leonard, Pierre und Tom hatten in der letzten Woche noch einmal intensiv trainiert. Beim Größenunterschied zwischen dem größten und kleinsten der Truppe haben alle eines gemeinsam. Vor ihnen liegt der erste Regattastart ihrer Ruderkarriere. Entsprechend hoch ist die Anspannung und Aufregung. Bei jedem äußert sich das anders, der eine wird stiller, liest ein Buch oder macht Mathe – der andere versucht sich mit technischen Fragen zu Carbonrollsitzen und Flügelauslegern abzulenken.

Nach 2 Stunden Fahrt, die letzten Meter im Schritttempo ist Freitag nachmittags die Regattastrecke erreicht. Der Sattelplatz ist bereits gut gefüllt. Dank unserer von Yvonne organisierten Vorhut ist unser Schlafplatz direkt am Wasser bereits gesichert. Zack zack sind die Boote abzuladen und die Zelte aufzubauen. Dann geht es bereits zum Training aufs Wasser. Die Regattastrecke liegt in malerischer Umgebung, hat aber auch ihre Tücken. Bereits beim Training wird öfter mal die Bojenkette neben Bahn 1 gestreift. Beeindruckt von allem neuen scheint es als hätte die ganze Truppe das Rudern verlernt. Alte Leiden treten wieder deutlicher zu Tage und man sieht Bernd häufiger den Kopf schütteln.

Am Samstag steht für den Nachwuchs das erste Rennen an. Pierre und Leonard 1000m im 2er. Vor dem Frühstück gleich eine erste Trainingseinheit für alle. An die Luftveränderung gewöhnt sieht man nun von Runde zu Runde Verbesserungen. Langsam kennen alle die Strecke und konzentrieren sich aufs Rudern. Dafür kommt nun die Aufregung des ersten Starts immer mehr zum Vorschein. Die Ungewissheit, wie wird man sich in die Felder einordnen beschäftigt alle, Trainer, Athleten, Betreuer und Eltern.

Der erste Start. Mit dem Ablegen vom Steg sind Pierre und Leonard auf sich gestellt. Alles geht gut. Selbstbewusste Konkurrenten versuchen die Zwei in Gespräche zu verwickeln, aber sie konzentrieren sich auf IHR Ding. Start – von unserem Platz sieht man nicht viel, nur soviel: sie sind weit drüben an der Bojenkette! Zum Glück haben sie Bahn 1 und behindern so niemanden außer sich selbst. Zack hat es wieder eine Boje erwischt. Häufigster Spruch: „Was machen die denn da?“ Aber sie liegen gut im Feld, trotz Bojen und Hängenbleiben liegen sie auf Platz zwei und das nur ein paar Sekunden hinter Platz 1. Wow… Platz 3 und 4 kommen einige Längen später ins Ziel. Wir freuen uns und sind begeistert.

Neuer Tag, neuer Erfolg (Glück sagt man nicht!)…

Samstag ist schon 6.30 Uhr Aufstehen angesagt. Sonst hat man keine Chance noch einmal in Ruhe aufs Wasser zu gehen. 7 Uhr schwimmen alle drei Boote und ziehen noch einmal in Ruhe ihre Bahn. Heute sind Max und Tom im Einer dran. Leonard und Pierre (nun schon alte Hasen) fahren noch einmal 500m.

Die ersten Rennen laufen, Max ist der erste und ist natürlich nervös. Tom und er haben keinen Zweierpartner mit dem sie sich die Aufregung teilen können…
Der Start liegt nun bei 500m. Wir können einen großen Teil des Rennens sehen. Es sieht gut aus. Der Rest der Truppe steht am Ufer und schreit: „Los Max!“ Platz eins ist deutlich vergeben, aber die anderen drei Boote des Laufes liegen noch nebeneinander und kämpfen um die Plätze. Nur mit einer halben Länge wird Max vierter – in seinem ERSTEN Rennen und gegen Gegner die ganz sicher als Junioren schon einige Jahre auf Regatten unterwegs sind. Das ist beachtenswert!

Das nächste Rennen: Tom, mit Jahrgang 2000 der jüngste, wird von Bernd persönlich vom Steg geschoben (das hat er nicht verstanden, wozu dann die Technikstufe?). Vor Aufregung hat er schon keine Fingernägel mehr. Die Startprozedur hat er sich nochmal beim Warmmachen angesehen. Nun geht’s los. Vom Start weg ist nicht viel zu erkennen, nur der Kopf. Bei fast jedem Schlag sieht er nach links oder rechts um die Gegner zu checken. Völlig ohne Grund, denn bis auf ein Boot sind alle hinter ihm. Auch Tom hat auf Bahn 2 liegend eine leichte Tendenz Richtung Bojenkette. Der Ruderer auf Bahn 1 (Gewinner der 1000m am Vortag) ist gerade mal zwei Längen weg. Eine Schrecksekunde kurz vor dem Ziel gab es noch als er eine Krebs fing, dabei hatte Onkel Andreas doch gesagt: „die fängt man nachts mit Taschenlampe und Kescher!“. Doch er ließ nicht locker und fuhr seinen zweiten Platz durchs Ziel. Applaus gab es von allen beim voreifahren am Siegersteg.

Alle Achtung!!! Damit hatte auch Bernd nicht gerechnet das die Kinder und Max sich hier so gut verkaufen. Die Arbeit hat sich gelohnt und man weiß nun wo man sich in den Starterfeldern einordnet. Das wichtigste aber ist: Die Aufregung des ERSTEN Starts ist vergessen und der Spaß am Rennen fahren ist geweckt.

Dies stellten Pierre und Leonard bei ihrem zweiten Start am Sonntagnachmittag bereits unter Beweis. Nun ging es um 500m. Bei sonnigem Wetter und wenig Wind gelang der Start gut. Dann hieß es einfach nur Rudern. Es sah gut aus, nur das Boot auf Bahn 5 konnte mithalten, aber Pierre und Leonard wären nicht sie selbst, wenn sie es nicht spannend machen würden. Glücklicherweise konnten sie niemanden behindern, 100 m vor dem Ziel wollten sie dann doch noch Bojen zählen und ruderten außerhalb der Bahn weiter. Die extra angereiste Familie von Leonard hielt es auch nicht mehr auf den Sitzen. Alle bangten darum, das nicht noch was Dummes passiert. Man könnte ja mal das Zielschild umfahren… doch alles ging gut. Außerhalb der Bahn ertönte die Zielhupe als erstes für den HRC-Zweier und alle hatten glaube ich ein wenig Pippi in den Augen. Tosenden Beifall gab es am Siegersteg für die Ehrung mit einer der begehrten Schiefermedaillen.

Natürlich ruderten auch unserer Rennruderer an diesem Wochenende in Lobenstein. Hier gab es zahlreiche erste Plätze und Platzierungen zu feiern. Näheres finden wir ebenfalls bald auf unserer Webseite.

Sichtlich gezeichnet und kaputt von einem doch anstrengenden und bewegten Wochenende zog Bernd im Bootshaus noch einmal positives Resume. In einer Woche finden die Landesmeisterschaften statt. Hier wird Clara das Team noch verstärken und im Einer unterwegs sein. Wir wissen nun dass wir auf einem guten Weg sind und haben endlich messbare Ergebnisse auf der Hand – vergessen sind für einen Augenblick die Anstrengungen der letzten Wochen und Monate.


Vielen Dank an Trainer Bernd!

der rasende HRC-Reporter






















aktualisiert 2012-06-11  | © V-NET4you 2012